Weihnachten wirke wie ein Gegengift zur «Machtvergiftung» unserer Zeit, sagte der Bischof. «In dieser Stille wächst die Hoffnung, die wir so dringend brauchen.» Diese Stille sei nicht nur eine Pause von der Hektik des Lebens, sondern auch ein Ausdruck der Liebe Gottes, die zu allen Menschen spreche.
So entstehe Raum für echte Kommunikation und gegenseitiges Verständnis. «Weihnachten ist mit dem Kind von Bethlehem eine lebensbegleitende Einübung in Menschlichkeit, Herz, Mitgefühl und Solidarität», sagte Wiesemann.
Die Weihnachtsbotschaft sei ein Zeichen der Hoffnung und eine Erinnerung daran, dass der wahre Frieden in der Stille wächst. «Ich sitze vor meiner Krippe und schaue und werde still. Und ich merke, wie wohltuend gerade in aller Erschütterung durch Gewalt und Hass diese Augenblicke sind.»
Ein respektvoller Dialog sei für die allgemeine demokratische Kultur entscheidend. «Der Faschismus, der sich in unserer heutigen Welt wieder nicht nur bei uns, sondern weltweit, in unterschiedlichen Spielarten breitmacht, hat immer etwas Lautes, unsensibel Lärmendes, Machtergreifendes», formulierte der Bischof. (dpa/lrs)