Demokratie braucht Mitwirkung. Sie lebt vom Diskurs, vom Respekt vor anderen Meinungen – und vom klaren Bekenntnis zu ihren Werten. Beim heutigen Netzwerktreffen des Bündnisses „Demokratie gewinnt“ in Mainz wurde deutlich: In Rheinland-Pfalz ist dieses Bekenntnis lebendig. Über 150 Organisationen und Unternehmen aus dem ganzen Land engagieren sich in zahllosen Projekten für ein friedliches, offenes und solidarisches Miteinander. Der Tenor: Wer Demokratie will, muss sie aktiv gestalten.
„Es fängt mit Bekenntnis an“, betonte Alexander Schweitzer, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. „Man kann die Demokratie stärken, indem man sagt: Wir stehen hinter der Demokratie. Wir machen sie nicht verächtlich. Uns ist auch nicht egal, wenn Menschen über Demokratie schlecht reden.“ Für Schweitzer ist Engagement kein abstrakter Begriff, sondern Alltag: „Das ist nicht nur die vermeintlich große Politik, sondern man kann sich im Ehrenamt für andere einsetzen, man kann ein gutes Werk tun mit anderen zusammen – das stärkt Demokratie.“
Ein zentraler Programmpunkt des Treffens war das landesweite Projekt „Schule der Zukunft“. Daran beteiligen sich inzwischen 97 Schulen aus allen Schulformen – auch zahlreiche aus der Region Rhein-Neckar. Ziel ist es, junge Menschen zu mündigen Demokratinnen und Demokraten zu erziehen und Schulen zu Lernorten des gesellschaftlichen Zusammenhalts weiterzuentwickeln.
Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig hob die enge Zusammenarbeit mit den Schulen hervor: „Wir haben mit den Schulen einen ganz engen Draht. Sie bekommen bei uns Planungstische, wo sie ins Ministerium kommen – dort besprechen Ministerium, Schulaufsicht und Pädagogisches Landesinstitut gemeinsam mit den Schulen ihre Projekte, Überlegungen und Ideen.“ Neben Coachings und Fortbildungen werde auch der Zugang zu Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglicht, so Hubig: „Wir machen unsere Schulen richtig fit, damit sie ihre guten Ideen umsetzen können.“
Tatsächlich fehlt es den kleinen Demokraten in den Schulen nicht an Einfällen – das zeigte sich in vielen Projektpräsentationen am Rande der Veranstaltung. Vom gemeinsamen Gärtnern über Podcast-Projekte bis hin zu Planspielen zur Kommunalpolitik reicht das Spektrum – und macht deutlich: Demokratie lernen heißt Demokratie leben.
Dass die Demokratie nicht selbstverständlich ist, sondern täglich verteidigt werden muss, war Botschaft und Mahnung zugleich. Gerade in Zeiten von Desinformation und wachsendem Extremismus ist das Engagement jedes Einzelnen gefragt – auch im Alltag, im Beruf, im Verein oder im Freundeskreis.
Ein Beispiel aus dem Medienbereich: Auch der Regionalsender RNF ist Mitglied im Netzwerk „Demokratie gewinnt“ und setzt auf transparente Berichterstattung – etwa durch die regelmäßige Übertragung der Landtagsdebatten aus Mainz und Stuttgart. „Wir schaffen damit ungefilterte Einblicke in die politische Arbeit und leisten so einen Beitrag zur demokratischen Öffentlichkeit“, heißt es aus der Redaktion. Die nächsten Live-Übertragungen stehen bereits kommende Woche an – am Mittwoch, Donnerstag und Freitag.
Demokratie mag manchmal langsamer sein als autoritäre Systeme – doch sie ist die einzige Staatsform, in der Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde gleichermaßen gesichert sind. Ihr Fundament sind keine Gesetze allein, sondern die Menschen, die sich für sie einsetzen. Das Netzwerktreffen in Mainz hat gezeigt: Diese Menschen gibt es – und sie werden immer mehr.