Fr., 08.11.2024 , 11:59 Uhr

Mannheim: MVV will Gasversorgung bis 2035 einstellen – Parteien fordern Perspektive für 25 000 betroffene Kunden

Mannheim. Die MVV will das Erdgasverteilernetz in Mannheim bis 2025 stilllegen. Die Gemeinderatsfraktionen von SPD und CDU haben sich zu dem Vorhaben des Energieversorgers geäußert und fordern bezahlbare Angebote für die rund 25 000 betroffenen Gaskunden in der Quadratestadt.

SPD erwartet „belastbare Aussagen“ von Christian Specht und der MVV 

„Mannheim braucht eine flächendeckend gesicherte Versorgung mit Energie und Wärme – in allen Stadtteilen“, teilte die SPD mit. Die Partei erwarte vom Unternehmen und vom Aufsichtsratsvorsitzenden Oberbürgermeister Specht umgehend Informationen und belastbare Aussagen darüber, welche konkreten Unterstützungen und Angebote den Gaskunden unterbreitet werden sollen, wurde Reinhold Götz, Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion, zitiert.

Viele Menschen hätten in hochmoderne und effiziente Gasanlagen investiert, deren Lebensdauer auf Jahrzehnte ausgelegt ist und sich auf den zugesagten Weiterbetrieb des Gasnetzes verlassen. Daher müsse nun insbesondere auch über den Zeitpunkt einer möglichen Stilllegung des Netzes nachgedacht werden. Weiterhin erwarte die Partei Auskunft darüber, wie viele Mannheimer Haushalte 2035 perspektivisch noch Gas nutzen oder bis dahin beispielsweise Zugang zum Fernwärmenetz erhalten können.

CDU-Fraktionschef Kranz: MVV-Pläne sorgen zurecht für Unruhe in der Bevölkerung 

„Die Planungen der MVV Energie AG, das Gasverteilnetz 2035 stillzulegen, sorgt zurecht für große Unruhe in der Bevölkerung“, sagte der CDU-Fraktionschef Claudius Kranz. Den 25 000 Gaskunden in Mannheim müsse eine bezahlbare Wärme- und Energiemöglichkeit in allen Wohngebieten angeboten werden. Der Grund für die Planungsüberlegungen der MVV Energie AG zum Ausstieg aus dem Gasverteilungsnetz in Mannheim sind negativ veränderte Regelungen des Bundes und der Bundesnetzagentur, wie beispielsweise veränderte Abschreibungsmöglichkeiten und steigende Netzentgelte. Aufgrund der durch die Beschlüsse der Bundesregierung veranlassten steigenden Netzentgelte würden viele Bürger mit Gasanschlüssen massive Erhöhungen des Gasendpreises erdulden müssen, hieß es weiter. Wenn dadurch mehr Gaskunden auf Wärmepumpe oder Pelletheizung umsteigen, hätte dies eine noch höhere Preiserhöhung für die dann noch verbleibenden Gaskunden zur Folge.

Hier zeige sich das wiederholte Versagen der Ampel-Regierung. Sie habe nicht an die vielen Hausbesitzer gedacht, die nunmehr vor großen finanziellen Herausforderungen stehen, betonte CDU-Stadtrat Lennart Christ. Das Versprechen, die Energiewende sozial verträglich umzusetzen, sei erneut gebrochen worden, ergänzte Kranz.

SPD fürchtet „soziale Unwucht“ in den Stadtteilen – CDU fordert sofortige Beratung 

Mit der plötzlichen Festlegung, dass es 2035 keine Gasheizung mehr geben soll, drohe nun das, wovor die SPD-Gemeinderatsfraktion stets gewarnt habe: nämlich eine soziale Unwucht in den Stadtteilen, die nicht für den Fernwärmeanschluss vorgesehen sind, sagte der energiepolitische Sprecher Bernhard Boll. „Diese haben nun das Nachsehen und werden alleine gelassen. Daher braucht es zeitnah einen Fahrplan, wie der Umbau auf erneuerbare Energien gelingen und geschultert werden kann“, wurde Boll weiter zitiert.

Das von der MVV geplante Ausstiegszenario müsse jetzt dringend im Aufsichtsrat beraten werden, teilte die CDU mit. „Wir hätten uns von der MVV Energie AG hierzu auch eine frühzeitige Information und Einbindung der Politik gewünscht. Wenn schon die Bundesregierung nicht an die Menschen vor Ort denkt, muss dies der Kommunale Energieversorger tun“, sagte Stadtrat und CDU-Kreisvorsitzender Christian Hötting.

Hinweis: 

Die MVV will am Freitag über ihre Pläne zur Gasversorgung in Mannheim bei einer Pressekonferenz informieren. Wir halten Sie in unserer Ausgabe von RNF life ab 18 Uhr im TV auf dem Laufenden.

(dls)

Mannheim MVV Politik Wirtschaft

Das könnte Dich auch interessieren

16.12.2024 Mannheim: Gemeinderat erkennt mit Beschluss Mietspiegel für 2025/26 an Mannheim. Mit Beschluss des Gemeinderates ist der Mannheimer Mietspiegel 2025/ 2026 als qualifizierter Mietspiegel anerkannt worden. Der Mietspiegel gilt seit dem 16. Dezember 2024 für die kommenden zwei Jahre, teilte die Stadt mit. Die durchschnittliche ortsübliche Vergleichsmiete liegt laut dem neuen Mietspiegel bei 9,19 Euro pro Quadratmeter – ein Anstieg von 8,4 Prozent gegenüber 2022, 11.12.2024 Rhein-Neckar: Vereinbarung für Zusammenarbeit bei Schadensereignissen zwischen BASF, Ludwigshafen, Mannheim und Frankenthal erneuert Rhein-Neckar. Die BASF hat die „Vereinbarung zur Regelung der Zusammenarbeit bei Gefahrenlagen und Schadensfällen“ mit Vertretern der Städten Mannheim, Ludwigshafen und Frankenthal erneuert. Bereits im November sei die Vereinbarung von Katja Scharpwinkel, Mitglied des Vorstands der BASF SE und Standortleiterin Ludwigshafen, Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck, Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht und Frankenthals Oberbürgermeister Nicolas Meyer unterschrieben 04.12.2024 Mannheim: Pilotprojekt der Stadt - Fachkräfte aus Spanien unterstützen Kitas Mannheim. Die Stadt Mannheim geht bei der Gewinnung von Fachkräften neue Wege. Um dem hohen Bedarf an qualifizierten pädagogischen Fachkräften langfristig zu begegnen, rekrutiert die Stadt erstmalig Erzieherinnen und Erzieher im europäischem Ausland, hieß es in einer Mitteilung. Die Fachkräftelücke solle auch durch Erzieher aus dem Ausland verkleinert werden. Daher habe Gemeinderat beschlossen, dem Fachbereich 02.12.2024 Rhein-Neckar: Passabler Start ins Weihnachtsgeschäft für Händler - Kritik an Demo in Mannheim am "Black Friday" Mannheim. Das Weihnachtsgeschäft ist in die heiße Phase gestartet und der „Black Friday“ hat für passable Besucher-Frequenzen gesorgt. Dennoch seien die Geschäfte für viele Händler angesichts schwieriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen durchwachsen angelaufen, teilte der Handelsverband Nordbaden mit Sitz in Mannheim mit. Indes kritisierten Handelsverband, IHK sowie die Werbegemeinschaft eine pro-palästinensische Demo durch die Mannheimer City am