Sa., 30.11.2024 , 10:52 Uhr

Landau: Schulz ruft Europa zum Zusammenhalt auf - Ehrung in Landau

Martin Schulz kommt nach Rheinland-Pfalz. Der ehemalige SPD-Chef war Kanzlerkandidat und EU-Parlamentspräsident. Wie hat sich Europa seiner Ansicht nach verändert?

Der frühere EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat Europa angesichts immenser Herausforderungen zum Zusammenhalt aufgerufen. «Mit Blick auf China, auf den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine und auf Donald Trump als künftigem US-Präsidenten muss Europa sich darauf besinnen, dass es eine Rechtsgemeinschaft demokratischer Verfassungsstaaten ist, deren Prinzipien Toleranz, Respekt und Menschenwürde sind», sagte Schulz der Deutschen Presse-Agentur. Dies hänge eng mit sozialer Gerechtigkeit zusammen, von der viele profitierten. «Das war immer das Erfolgsrezept Europas – und das muss verteidigt werden.»

Schulz war von 2012 bis 2017 Präsident des Europäischen Parlaments und erhält am Montag (2. Dezember) bei einem Festakt in Landau die Gastprofessur der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) und des Frank-Loeb-Instituts (FLI). Sie würdigen damit die «herausragenden Verdienste» von Schulz im Einsatz für eine europäische Demokratie. Der frühere SPD-Chef leitet inzwischen die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung.

«Größte Herausforderung» in seiner Amtszeit

Seit seiner Zeit als Parlamentspräsident habe sich die politische Landschaft in Europa sehr verändert. «Trotzdem gilt: Die prodemokratischen Kräfte in der EU sind in fast allen Ländern weiter deutlich in der Mehrheit. Das ist eine gute Nachricht für die Demokratie!» Als Beispiel nannte Schulz die etwa 28 Prozent für die rechte FPÖ bei der Parlamentswahl in Österreich. «Das bedeutet, dass 72 Prozent sie nicht gewählt haben. Warum erwähne ich das? Weil die FPÖ den Eindruck erwecken wollte, dass das ganze Volk hinter ihr stünde, und die anderen Parteien nur marginale Störenfriede seien.» Die Realität sei aber eine andere.

Die «größte Herausforderung» in seiner Amtszeit sei Ungarn gewesen, sagte Schulz. «Es ist wirklich schwierig, mit Ungarn umzugehen als Mitglied der Europäischen Union, das im Inneren dieser Union immer Geld abzugreifen versucht, aber sich nicht an die gemeinsamen Regeln halten will und die Demokratiegemeinschaft der EU gezielt aushöhlt.» Sein Wunsch für die EU sei, dass sie sich auf ihre Stärke besinne. «Und die liegt in der Einigkeit.»

auszeichnung bildung Gastprofessur landau martin schulz Politik rheinland-pfalz Uni

Das könnte Dich auch interessieren

04.04.2025 Rheinland-Pfalz: FDP wählt neuen Landeschef Die rheinland-pfälzischen Liberalen haben bewegte Wochen hinter sich. Es geht darum, wie die Ära nach Volker Wissing aussieht. Wird der Parteitag samt Vorstandswahl wieder mehr Ruhe bringen? Mainz. Nach wochenlangen internen Querelen steht beim Parteitag der rheinland-pfälzischen FDP an diesem Samstag (10.00 Uhr) in Mainz die mit Spannung erwartete Wahl eines neuen Landesvorsitzenden an. Dabei 24.02.2025 Landau: Landauer stimmen für Erhalt umstrittener Straßennamen In Landau haben die Menschen nicht nur über den Bundestag abgestimmt, sondern auch über mögliche neue Adressen. Im Zentrum der Abstimmung stand dabei eine konkrete Frage. Landau. In Landau haben die Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt von umstrittenen Straßennamen gestimmt. Bei dem Bürgerentscheid votierte eine nötige Mehrheit dafür, dass die Straßen weiter so heißen sollen 26.01.2025 Landau: Scholz sieht «neuen Boom» bei Geothermie Unter der Erde am Oberrhein lagert ein wertvoller Rohstoff: Lithium. Das Alkalimetall ist Bestandteil für Batterien etwa in E-Autos. Jetzt bekam eine Anlage in der Pfalz prominenten Besuch. Landau. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat beim Besuch eines Geothermie-Kraftwerks im pfälzischen Landau von einem Boom in der Tiefenbohrung für Energie gesprochen. «Da sind viele Projekte schon 20.12.2024 Rheinland-Pfalz: Land unterzeichnet Verträge mit Islamverbänden Jahrelang wurde verhandelt, einige Jahre ruhten die Gespräche – nach langem Vorlauf steht die Unterzeichnung der Verträge zwischen Rheinland-Pfalz und islamischen Religionsgemeinschaften an. Mainz. Nach jahrelangen Verhandlungen und kontroversen Debatten steht heute (16.30 Uhr) die Unterzeichnung der Verträge zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und vier islamischen Religionsgemeinschaften an. Bei den Verhandlungen ging es unter anderem um