Fr., 18.10.2024 , 11:14 Uhr

Heidelberg: Neues Tarifsystem - Baden in Hallenbädern wird ab 2025 teurer

Heidelberg. Die Stadtwerke Heidelberg Bäder haben in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag ein neues Tarifsystem für die Heidelberger Bäder vorgestellt. Der Vorschlag wurde vom Gemeinderat beschlossen. Eingeführt werden soll es zum 1. Januar 2025. Grund sind die stetig steigenden Betriebskosten seit der letzten Preisanpassung im Vor-Coronajahr 2019, hieß es in einer Mitteilung der Stadtwerke.

Preise steigen ab 2025

Ein Einzeleintritt für Erwachsene wird sich im Thermalbad um 1,70 auf 7,70 Euro erhöhen, für Ermäßigte um einen Euro auf 5,50 Euro. Beim Thermalbad aus den 1930er Jahren sei die Instandhaltung besonders aufwändig und somit kostenintensiver, hieß es als Begründung für die Preiserhöhung.

In den anderen Bädern steigt der Eintritt um 1,20 auf 5,70 Euro für Erwachsene beziehungsweise um 50 Cent auf 3,50 € für Ermäßigungsberechtigte. Damit erhöhen sich die Normalpreise für Erwachsene um 28 Prozent im Thermalbad und um 26 Prozent in allen anderen Bädern.

Um die finanzielle Situation von Studierenden zu entlasten, wird auf Wunsch der Gemeinderatsgremien zusätzlich das Höchstalter für Studierenden-Ermäßigungen auf 27 Jahre angehoben. Dafür mussten die Preise für die Nicht-Ermäßigten höher ausfallen, um zumindest einen Großteil der Personalkosten abzudecken, hieß es weiter.

Das Familienticket im Thermalbad wird um 3 Euro teurer, in den anderen Bädern um 2 Euro. Das Ticket lohne sich künftig schon für den Badebesuch ab einem Erwachsenen mit zwei Kindern. Zuvor traf des erst ab zwei Erwachsenen mit zwei Kindern zu. Bei der Ausgestaltung des neue Tarifsystems sei es wichtig gewesen, einkommensschwache Haushalte und Personen besonders zu berücksichtigen, wurde Maike Carstens, Geschäftsführerin der Stadtwerke Heidelberg Bäder, zitiert.

Für Inhaber vom Heidelberg-Pass und vom Heidelberg-Pass+ erhöhen sich die Preise daher nur um 50 Cent pro Einzeleintritt. Der günstigste Tarif liege dann bei 3 Euro an Stelle des regulären Eintrittspreises von 5,70 Euro.

Zusätzlich wird es künftig für Familien mit dem Heidelberg-Pass ermäßigte Familienkarten zum Preis von 12,50 Euro im Thermalbad beziehungsweise 8,50 Euro in den anderen Bädern geben.  Für den Eintritt in die Saunen werde zudem ein Kombiticket inklusive Badeintritt für 15 Euro, ermäßigt für 13 Euro, eingeführt.

Wertkarte für Vielschwimmer zeitlich unbegrenzt gültig – Kurzschwimmen minutengenau abgerechnet 

Um den Bäderbesuch zu vereinfachen, sieht das neue Preissystem eine Wertkarte vor. Dieses Angebot für Vielschwimmer ersetzt die bisherigen Mehrfachkarten. Erhältlich sein soll sie ab einem Guthaben von 20 Euro Ab dem Kauf einer 50-Euro-Karte werden die jeweiligen Eintrittspreise um 10 Prozent rabattiert, ab einer 100-Euro-Karte um 20 Prozent. Wer sich für ein Guthaben von 300 Euro entscheidet, spart 30 Prozent. Die online aufladbare Wertkarte kann in allen Heidelberger Bädern genutzt werden, ist zeitlich unbegrenzt gültig und auf andere Personen übertragbar. Die bisherigen Mehrfachkarten waren dagegen nur drei Jahre gültig.

Waren die bezahlten Eintritte dann nicht ausgeschöpft, verfielen sie. Hinzu kam: Wer eine Karte für das Thermalbad hatte, konnte sie nicht für andere Bäder nutzen. „Mit den neuen Wertkarten entfällt das Risiko, ungenutztes Guthaben zu verlieren. Unsere Gäste bleiben im höchsten Maß flexibel“, betonte Maike Carstens.

Auf Wunsch der Gemeinderatsgremien wurde außerdem die Möglichkeit des Kurzzeitschwimmens beibehalten. Dazu bleibt zusätzlich zur neuen Wertkarte die bisherige Geldwertkarte erhalten, sie wird nun in Kurzschwimmkarte umbenannt. Mit dieser Karte wird der Preis eines Badbesuchs minutengenau abgerechnet. Eine Minute kostet im Thermalbad ab 1. Januar 2025 2 Cent mehr beziehungsweise 8 Cent. In allen anderen Bädern steigt der Preis pro Minute um einen Cent auf 6 Cent.

Bäder nicht kostendeckend – Energie- und Personalkosten steigen

Strukturbedingt arbeiten öffentliche Bäder in der Regel nicht kostendeckend, teilten die Stadtwerke weiter mit. Bundesweit galt bis 2018/2019 die Faustzahl, dass jedes öffentliche Bad eine Millionen Euro Defizite erwirtschaftet. Das sei auch in Heidelberg zugetroffen.

Seither erhöhten sich die Energie- und Personalkosten für den Betrieb der drei Hallen- und der beiden Freibäder deutlich. Wurde 2018/2019 noch jeder Badbesuch in Heidelberg mit zehn Euro aus öffentlichen Mitteln bezuschusst, lag der Zuschuss 2023 bereits bei über 14 Euro pro Besuch. Mit Beginn des Jahres 2025 werden laut Mitteilung vor allem die Personalkosten weiter steigen: Die allgemeine Teuerung führte zu deutlichen Tariferhöhungen bei öffentlichen Versorgern (TVV), die ab Anfang 2025 zum Tragen kommen.

Während bundesweit viele Bäder ihre Preise in den vergangenen Jahren erhöhten, hätten die Bäder in Heidelberg diese Maßnahme bislang noch ausgesetzt. „Jetzt ist eine Anpassung der Eintrittspreise aber unumgänglich, um das Angebot aufrecht erhalten zu können,“ sagte Geschäftsführerin Carstens. (dls)

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