Mo., 31.03.2025 , 08:45 Uhr

Frankfurt/Mannheim: Sanierung bringt mehr Pünktlichkeit auf Riedbahn

Seit Mitte Dezember rollt der Verkehr auf dem Nadelöhr der Bahn im Ried wieder. Welche Fortschritte gibt es nach der umfassenden Generalsanierung?

 

Rund 100 Tage nach der Wiederinbetriebnahme der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim sieht die Bahn erste positive Folgen der Generalsanierung der Strecke. Im Februar habe im Vergleich zum Vorjahresmonat im Nahverkehr die Pünktlichkeit um 20 Prozentpunkte auf 80 Prozent zugenommen, sagte der Chef der Bahn-Infrastrukturgesellschaft InfraGo, Philipp Nagl.

Weniger Störungen und mehr Züge

Der Fernverkehr habe auf der Strecke Verspätungen um ein Drittel verringern können und Störungen wegen der Infrastruktur seien um 27 Prozent zurückgegangen. An einzelnen Tagen gebe es bei Störungen sogar um 50 Prozent weniger. Gleichzeitig fuhren Nagl zufolge im Februar 345 statt im Vorjahresmonat 329 Züge am Tag. Auch aus Sicht des Fahrgastverbandes Pro Bahn ist die Sanierung unter dem Strich gelungen.

Mehr Kosten für die Riedbahn

Nagl stellte aber auch klar: «Es gibt nicht das Allheilmittel. Es gibt viel zu tun. Die Generalsanierungen sind nicht die Lösung für alles.» Die Riedbahn war für die bis dahin einmalige Modernisierung bis Mitte Dezember für rund fünf Monate vollständig gesperrt. Seit dem 24. Dezember fahren wieder alle Züge nach dem neuen Fahrplan. Die Gesamtkosten betrugen Nagl zufolge nach veranschlagten 1,3 Milliarden am Ende rund 1,5 Milliarden Euro. Die Deutsche Bahn will bis 2030 mehr als 40 vielbefahrene Korridore grundlegend modernisieren und so auch für pünktlichere Züge sorgen.

Mehr Nahverkehr auf Riedbahn aktuell nicht möglich

Das Minus an Verspätung im Nahverkehr liege an zusätzlichen Elementen bei der Infrastruktur. Zudem sei er weniger von Fern- und Güterverkehr beeinflusst. Zu den bestehenden Verspätungen sagte Nagl: «Theoretisch könnte mehr Nahverkehr auf der Riedbahn fahren. Das ist aber aktuell nicht möglich, weil dort unverändert Fernverkehrs- und Güterverkehrszüge unterwegs sind.»

Es gebe nach wie vor ein «Gedränge» und eine Kapazitätsfrage. «Der Betrieb verläuft jetzt nach der Generalsanierung deutlich geordneter und wir können ihn besser managen.» Aber es sei nicht so, «dass wir eine Strecke haben, wo nur der Nahverkehr fährt und damit natürlich ein ganz anderes Qualitätsniveau möglich wäre, als in diesem enormen Mischbetrieb».

«Wir erwarten, dass es noch besser wird, es ist ein Kapazitätsproblem», sagte Nagl. Dies werde sich mit der Fertigstellung der Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim ändern. Dann könne Nah- und Güterverkehr tagsüber die Riedbahn nutzen und der Fernverkehr die Neubaustrecke.

Fahrgastverband sieht Strecke unter besonderer Beobachtung

Nach wie vor steht nach Einschätzung von Thomas Mroczek von Pro Bahn die Strecke unter besonderer Beobachtung, Störungsteams seien sehr schnell verfügbar. Ganz vollendet sei das Vorhaben zudem nicht, wegen einer ausstehenden Endabnahme könnten ICE nördlich von Biblis noch nicht die volle Geschwindigkeit fahren.

Auch auf der Riedbahn gebe es weiter Probleme im Zugverkehr, beispielsweise wegen fehlendem Stellwerkspersonal. «Das ist nach wie vor ein Schwachpunkt», sagte Mroczek. Zu spüren seien zudem Verspätungen, die wegen Personen im Gleis oder Betriebsstörungen an anderer Stelle im Netz der Deutschen Bahn verursacht würden. «Diese Verspätungen bleiben uns leider erhalten.»

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